header

Erlaube jeder Seele, ihren Weg zu gehen

Erlaube jeder Seele, ihren Weg zu gehen

Wie oft mischen wir uns in Angelegenheiten anderer ein, die uns gar nichts angehen. In meiner Praxis höre ich so viele Geschichten. Er sollte besser auf seine Gesundheit achten, er sollte die Kinder nicht so oft schimpfen, sie sollte ordentlicher sein, er sollte für mich mehr Zeit haben, sie sollte mehr auf mich zu gehen usw. Ich könnte hunderte solcher Beispiele nennen. Am Ende läuft es immer auf dasselbe hinaus, ich muss Selbstverantwortung übernehmen. Nur all zu oft sucht der Mensch die Schuld bei einem anderen, in den Umständen und in der Welt. Aber die Schuld trägst einzig und allein du für dein Leben. Ich mag das Wort Schuld nicht besonders und ersetze es deshalb mit dem Wort Verantwortung. Alles was ich erlebe und alles was ich bisher erlebt habe, liegt in meiner Verantwortung. Auf Grund der vielen Überzeugungen, zu denen du in deiner Kindheit gekommen bist, erlebst du dein Leben immer wieder, anhand dieser Glaubensstrukturen. Die Menschen sind aber so programmiert, dass sie sich ständig und überall einmischen müssen. Sie glauben sie wüssten was am Besten für ihr Gegenüber wäre. Anstatt ihre Mitmenschen einfach zu akzeptieren wie sie sind und ihre Entscheidungen zu respektieren, versuchen sie immer wieder andere zu manipulieren.
Wenn dann mal was schiefläuft, geben sie ihre Verantwortung an andere weiter, da sie nicht im Stande sind in die Eigenverantwortung zu gehen.
Letztes Jahr hatte ich ein sehr trauriges Erlebnis. Eine sehr liebe und herzige Frau kam zu mir in die Praxis zu einer Reiki - Anwendung. Während ich ihr die Hände auflegte, kam mir immer wieder in den Sinn, sie muss zum Arzt unbedingt gehen. Nach der Anwendung sagte ich ihr was ich empfangen hatte und riet ihr schnellst möglichst zum Arzt zu gehen. Sie beherzigte meinen Rat und ging am selben Tag noch zu ihrem Hausarzt. Einige Tage später rief sie mich an und teilte mir mit, dass bei ihr Lungenkrebs diagnostiziert wurde. Mir tat die Frau unendlich leid und ich hätte ihr gerne geholfen.
Natürlich empfehlen die Ärzte immer eine Chemotherapie was denn sonst. Sie wollte aber keine Chemo, da sie wusste was eine Chemo anrichten konnte. Und jetzt komme ich zum eigentlichen Punkt dieser traurigen Geschichte. Die Familienangehörigen drängten sie so sehr, dass sie nachgab. Sie „sollte“ schließlich an sie denken, an die Familienangehörigen. Nicht an sich Selber, sondern ausschließlich an sie.
Und da sind wir wieder beim Thema, die Menschen glauben tatsächlich zu wissen, was das Beste für einen anderen wäre. Nein, eigentlich was das Beste für „Sie“ wäre. Und ganz nebenbei erwähnt, so bräuchten sie kein schlechtes Gewissen zu haben, denn sie haben ihr ja das angeraten.
Die Realität sieht so aus: Sie haben ihrer Mutter 5 Monate Qual und unerträgliches Leid beschert, die sich ständig übergeben musste, abgemagert ist auf 38 kg, nichts mehr essen konnte und keinen Geschmack mehr hatte. Ist das Liebe? Nein, das ist reiner Egoismus. Hätte sich die Frau durchsetzen können, hätte sie womöglich den Krebs überstanden oder zumindest 5 Monate ein Leben, in dem sie es noch genießen hätte können mit ihrer Familie Zeit zu verbringen. Stattdessen war sie im Krankenhaus bis zu ihrem Lebensende. Was ist die Moral aus dieser Geschichte, erlaube jeder Seele ihren Weg zu gehen, denn du weißt nicht, was das Beste für jemanden ist.
Hör auf dich ständig einzumischen. Frag dich warum du das tust. Mit Liebe hat das alles nichts zu tun.

Tags: Seel,, Eigenverantwortung